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Arbeitswelt im Wandel

Mitarbeiter sind das wichtigste Gut in der digitalen Wirtschaft

Abb. 1 Ohne Digitalkompetenz geht es nicht mehr

Abb. 1 Ohne Digitalkompetenz geht es nicht mehr

Wer die Digitalisierung als technisches Phänomen, als rein technische Aufrüstung bestehender Prozesse betrachtet, greift zu kurz und verkennt ihre gesellschaftliche Relevanz: Mit der treffender als digitale Transformation bezeichneten Entwicklung vollzieht sich ein gesellschaftlicher und auch kultureller Wandel, der nahezu alle Bereiche unseres Lebens beeinflusst. Die Digitalisierung bewirkt eine umfassende Vernetzung von Menschen, Dingen und Prozessen und schafft neue gesellschaftliche Strukturen. Sie verändert grundlegend, wie wir kommunizieren, wie wir uns als Verbraucher verhalten und ganz entscheidend, wie wir arbeiten.

Die Digitalisierung führt in den kommenden Jahren in unserer Arbeitswelt zu Veränderungen, die ähnlich umwälzend sind wie einst die industrielle Revolution. Berufsfelder werden wegbrechen, andere sich komplett ändern, viele neue dazu kommen. Wertschöpfungsketten, Geschäftsmodelle und Arbeitsstrukturen müssen neu gedacht werden. Das beinhaltet Herausforderungen an Unternehmen und Mitarbeiter gleichermaßen. „Zukünftig wird auf dem Arbeitsmarkt nur derjenige bestehen, der über digitale Kompetenzen verfügt und mit rasanten technologischen Entwicklungen Schritt halten kann.“* So pointiert formuliert es der Branchenverband Bitkom in seinem „Thesenpapier Arbeit 4.0“.

Digitalisierung bedeutet Führung

Diese Erkenntnis ist laut der Bitkom-Studie „Neue Arbeit – wie die Digitalisierung unsere Jobs verändert“ bei den Unternehmen zwar angekommen, an der Strategie für eine kontinuierliche Weiterbildung hapert es jedoch: So schätzen immerhin neun von zehn Unternehmen (87 Prozent) die Digitalkompetenz ihrer Mitarbeiter als künftig genauso wichtig ein wie fachliche oder soziale Kompetenzen (Abb. 1). In derselben Studie geben aber sechs von zehn Unternehmen und damit 62 Prozent an, dass die eigenen Mitarbeiter in Digitalkompetenzen nicht weitergebildet werden. Als Gründe dafür werden u. a. Kosten angeführt, aber auch eine grundsätzliche Unsicherheit bei der Bewertung von Qualität und Nutzen von Weiterbildungsangeboten.

Dabei ist es mit digitalen – im Sinne von technologischen – Kompetenzen allein nicht getan. Angesichts der erforderlichen Strukturveränderungen dürfte es für Führungskräfte die größte Herausforderung sein, Verunsicherungen durch den Wegfall von routinierten Arbeitsabläufen aufzufangen, Mitarbeiter aktiv in Veränderungsprozesse einzubeziehen und eine Kultur der Offenheit, des Veränderungswillens und der Lernfähigkeit zu stärken.

Die digitale Transformation der Wirtschaft fordert Mitarbeiter, die diese Entwicklung nicht nur mittragen, sondern auch voranbringen. Dafür sind ein grundsätzliches Verständnis des Wandels wie auch eine neue Kultur des Miteinanderarbeitens erforderlich. Nur so können Unternehmen den Wandel für sich und damit für ihre Kunden nutzen.

Herausforderung Nachwuchs

Nicht zuletzt ist der Grad der Digitalisierung eines Unternehmens vor dem Hintergrund von demo-grafischem Wandel und Fachkräftemangel auch für die Attraktivität als Arbeitgeber ausschlaggebend. Der Nachwuchs ist rar, digitalaffin (Abb. 2) und hat größtenteils eine ganz neue Sicht auf das Thema Arbeit. Im vielbeschworenen „War for Talents“ um die besten Köpfe unter den sogenannten Digital Natives liegen die Unternehmen vorne, die neben zukunftsfähigen Geschäftsmodellen auch ansprechende Arbeitskonzepte zu bieten haben: Mit flachen Hierarchien, einem modernen kooperativen Führungsstil, Teamorientierung, flexiblen Arbeitszeiten und -orten sowie Angeboten zur Work-Life-Balance.

Digitale Lösungen unterstützen

Um den Kreis zu schließen: Die Digitalisierung krempelt unsere herkömmlichen Vorstellungen von Arbeit gänzlich um, sie kann aber mit intelligenten Prozessen zugleich zur Lösung der Themen beitragen, die den Arbeitsmarkt aktuell bestimmen. Intelligente Plattformen wie imagefördernde Job-Portale mit Matching-Funktion bieten effektive Unterstützung mit Blick auf den Fachkräftemangel, auch für kleinere KMU und Handwerksbetriebe, die nicht auf eine eigene Personalabteilung zurückgreifen können. Als übergeordnete Organisationen können beispielsweise kommunale Träger oder Branchenverbände mit Praktika- und Ausbildungsbörsen bei der Nachwuchsgewinnung zentral unterstützen und zugleich das Thema Digitalisierung im Mittelstand voranbringen.

Vielen Unternehmen droht ein essenzieller Know-how-Verlust, wenn langjährige und erfahrene Mitarbeiter das Unternehmen aus Altersgründen verlassen und nicht rechtzeitig Maßnahmen für den internen Wissenstransfer auf den Weg gebracht werden. Im besten Fall findet in den Unternehmen ein Austausch unter den Generationen von Old Economy und Digital Natives statt. Aber auch hierfür müssen Unternehmen Gelegenheiten und vor allem – digitalisierte – Möglichkeiten schaffen, um vorhandenes Wissen zu erfassen, zugänglich zu machen und zu multiplizieren.

*Bitkom „Thesenpapier Arbeit 4.0.“ vom 29.09.2016, Vorbemerkung

  • Abb. 2 Grundbedürfnisse Digital Natives. Eine Ergänzung der Maslowschen Bedürfnispyramide kursiert seit 2014 als gängiges Meme im Internet.