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Online-Herausforderung für den Einzelhandel

Kahlschlag oder Revolution durch digitalisierte Prozesse?

Top Ten des deutschen Onlinehandels – Quelle: Statista

Top Ten des deutschen Onlinehandels – Quelle: Statista

Immer mehr Deutsche kaufen online ein – 2016 lag der Brutto-Umsatz im Onlinehandel bei 52,74 Milliarden Euro. Online- und Versandhandel machen damit rund 13 % des gesamten Einzelhandelvolumens in Deutschland aus. Für den Einzelhandel bedeutet das Chance und Risiko zugleich: Das Beratungsunternehmen Oliver Wyman prognostiziert besonders für einige Branchen einen Kahlschlag im stationären Einzelhandel. Zugleich sieht es jene Einzelhändler im Vorteil, die ihre Daten und Prozesse im Griff haben.

Der Bundesverband E-Commerce und Versandhandel (bevh) sieht die von ihm vertretenen Anbieter als die „besseren Nahversorger“ da sie Beratung, Auswahl und Service flächendeckend anbieten würden. Angesichts der aktuellen Trends – höhere Umsätze bei Lebensmitteln und Waren des täglichen Bedarfs, größere Kundentreue und häufigere Einkäufe – geht der Verband davon aus, dass sich der E-Commerce in den kommenden Jahren zur konstituierenden Struktur des Einzelhandels entwickelt. Letztendlich werde laut bevh künftig jeder Einkauf E-Commerce-Prozesse enthalten.

Einzelhändler müssen sich anpassen

Auf diese Trends muss der stationäre Einzelhandel schnell reagieren: Die Studie von Oliver Wyman geht davon aus, das in den kommenden zehn bis fünfzehn Jahren jedes zweite Filialunternehmen vom Markt verschwindet. Besonders gefährdet ist hier die Lebensmittelbranche.

Gewinner sind dagegen die Händler, die ihre Daten im Griff haben: Sie werden zu Informationsanbietern, deren Wettbewerbsvorteil sich auf die Erfassung, Analyse und Nutzung von Daten gründet, entlang der gesamten Lieferkette vom Hersteller bis zum Endkunden. Damit gilt auch für den Einzelhandel, was in anderen Branchen längst Alltag geworden ist: Jedes Unternehmen ist heute auf Software begründet, und der Wert jedes Unternehmens hängt an der Qualität der Software, die die Prozesse des Unternehmens abbildet und steuert.

Der Schwerpunkt liegt künftig nicht mehr im „nackten“ Produktverkauf, sondern darin, die Bedürfnisse des Kunden optimal zu befriedigen. Damit werden individueller Service und kundenspezifische Beratung in allen Branchen wesentlich bedeutsamer. Dafür müssen Einzelhändler immer besser über ihre Kunden und deren Vorlieben Bescheid wissen.

Durch die Digitalisierung der Prozesse sinkt der Personalbedarf im Einzelhandel. Die künftig benötigten Mitarbeiter müssen jedoch höher qualifiziert sein. Lieferservices werden der Studie zufolge Standard, auch und gerade im lokalen Umfeld. Hier haben Poollösungen der Einzelhändler vor Ort große Chancen.

Top Ten des Online-Handels 2016

Warengruppe Umsatz in Mrd. Euro
Bekleidung 11,2 
Elektronikartikel und Telekommunikation 8,7
Computer, Zubehör, Spiele, Software 3,7
Schuhe 3,6
Bücher und E-Books 3,5
Möbel, Lampen und Dekoration 3,2
Haushaltswaren und -geräte 3,0
Hobby- und Freizeitartikel 2,5
Bild- und Tonträger, Video- und Musik-Downloads 2,1
Do-It-Yourself-Artikel und Blumen 1,5
Gesamt 52,7

Quelle: bevh